Stress

Wer ist jetzt eigentlich schuld an unserem Stress?

„Oh Mann, ich bin so gestresst! Ich weiß nicht, wo mir der Kopf steht, ich habe gar kein Appetit mehr vor lauter Stress. Wie soll ich das alles nur schaffen?…“
Geht es Dir auch oft so, oder ähnlich?

Aber warum ist das so? Warum sind wir nicht „so“ belastbar, wie andere es von uns erwarten? Warum kriegen wir immer diese ganzen Pakete und wissen nicht wie wir das alles schaffen sollen?

Warum hat die Natur überhaupt so etwas wie „Stress“ erfunden? Was ist das eigentlich?

Die Antwort auf alle diese Fragen liegt in unserem Inneren: In unserem Nervensystem.

Heute möchte ich Euch erzählen, wozu unser Nervensystem solche Reaktionen wie „Stress“ entstehen lässt.

Dazu müssen wir eine kleine Zeitreise in die Urzeiten der Menschheitsgeschichte machen.

Zoooooooooooooom….

Stell Dir vor, wir befinden uns in der Steinzeit. Die Menschen leben in Höhlen, es gibt keine Autos, keine Geschäfte, keine Schulen und auch keinen Wecker 🙂

Das Leben des Höhlenmenschen ist einfach, er lebt nach seiner Intuition. Er spürt morgens in seinen Körper  hinein ob er ausgeschlafen hat, oder noch etwas liegen bleibt.

Wenn er Hunger hat, geht er sich etwas suchen. Er sucht Beeren, Gräser, Wurzeln und Früchte. Wenn ihm ein Tier begegnet und er es fangen kann, wird er dies seinem Speiseplan hinzufügen.

Heute ist der Urzeitmensch wieder auf Beerensuche. Als er einen Strauch voller leckerer Beeren findet und anfängt zu pflücken, steht vor ihm auf einmal ein echter, ausgewachsener Bär.

…Panik, was nun…

Unser Höhlenmensch muss nun schnell entscheiden….soll er kämpfen, oder flüchten?

In seinem Nervensystem passiert nun folgendes: Der „Sympathikus“ schaltet sich ein.

Der wirkt sich so aus:

  • Die Pupillen weiten sich (Die Sichtweite wird erweitert, wo ist ein Fluchtweg oder eine Waffe, ein Stock oder ein Stein, o.ä)
  • Die Bronchien weiten sich (mehr Sauerstoff in der Lunge)
  • Der Herzschlag und der Puls erhöhen sich (Zellen werden vermehrt mit Sauerstoff  angereichert)
  • Der Stoffwechsel wird angekurbelt (Fett wird verbrannt um mehr Energie frei zu setzen)
  • Die Poren öffnen sich, Schweiß tritt aus (Körperkühlung)
  • Darmtätigkeit und Speichelfluss wird gestoppt (benötigt zu viel Energie)
  • Immunsystem wird heruntergefahren (benötigt zu viel Energie)

Was passiert also unserem Höhlenmenschen? Sein Körper wird so „stark“ gemacht, wie es im Moment möglich ist um zu überleben. Es geht ausschließlich darum, aus dieser Situation mit heilen Knochen heraus zu kommen. Alles andere ist nebensächlich!

Stellen wir uns nun vor, unser Urmensch hat es geschafft den Bären zu erlegen. Das Fell benötigt er für sein Winterlager und das Fleisch bringt ihn durch die kalten Jahreszeiten. Aus den Knochen kann er Werkzeuge herstellen.

Er bringt den erlegten Bären in seine Höhle, wo auch schon seine Frau wartet.

Sie hat das Feuer bereits entzündet. In der Höhle ist es warm und der Feuerschein spielt mit den Schatten an den Wänden. Der Höhlenmann legt sich völlig erschöpft auf sein Bärenfell und atmet tief durch. Der Geruch von gebratenem liegt in der Höhle. Der Mann kann entspannen…Der „Parasympathikus“ schaltet sich ein.

Dieser wirkt sich folgendermaßen aus:

  • Die Pupillen werden eng (Man muss jetzt nicht mehr alles im Blick haben.)
  • Die Bronchien werden enger (Es muss auch nicht mehr so viel Sauerstoff her)
  • Herzschlag und Puls verlangsamen sich wieder
  • Der Stoffwechsel verlangsamt sich (Reserven werden wieder aufgefüllt)
  • Poren schließen sich wieder
  • Darmtätigkeit wird wieder eingeschaltet
    (Jetzt ist wieder Energie für die Verdauung da.)
  • Das Immunsystem nimmt wieder die Arbeit auf.

Aber was hat der Höhlenmensch und sein Alltag nun mit uns zu tun?

Ganz einfach: Unser Nervensystem ist immer noch das Selbe, wie zu Urzeiten!

Aber es gibt Unterschiede: Unser Urzeit-Nervensystem kann einfach nicht zwischen einem Wecker und einem Bären unterscheiden!

Es kennt auch keinen schimpfenden Chef, keinen Termindruck, keine verpflichtenden Hausaufgaben. Es erkennt auch den Fernseher nicht.

Was ich damit sagen möchte ist folgendes:

In all unseren „stressigen“ Alltagssituationen schaltet unser Nervensystem den „Sympathikus“ ein. Er lässt uns schwitzen und unser Herz rasen. Er ist dafür verantwortlich, dass wir Verdauungsprobleme haben und ständig krank sind. (Merke: Auf „Sympathikus“ ist das Immunsystem auf „Sparflamme“.

Auch unsere vermeintliche Entspannung bei einem Krimi vor dem Fernseher ist für unser Nervensystem purer Stress und wenn wir endlich völlig erschöpft und ausgebrannt in unser Bett fallen und VIELLEICHT sogar einschlafen können, dann reicht diese kurze Zeit der Regeneration gerade so aus um die allernötigsten Reserven aufzufüllen.

Das ist der Grund, warum wir erst wieder lernen müssen, richtig zu entspannen. Es gibt Haufenweise Techniken, Anleitungen und Lehrbücher, mit denen wir starten können.

Schau einfach öfter vorbei und suche Dir die Tipps heraus, die zu Dir passen und die Dir gut tun.

Ich wünsche Dir viel Spaß und AUSGEGLICHENHEIT 🙂

Deine Phoebe

Teile diesen artikel

Share on facebook
Share on google
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on print
Share on email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Trage Dich in den „Entspannten Brief“ ein und erhalte regelmäßig kurze Entspannungsübungen für den Alltag, neueste Blogartikel und Angebote.

Nach oben