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Hilfe, wie komme ich aus meinem täglichen Hamsterrad?

Alle reden von Stress…

Stress ist eine Volkskrankheit. …oder eine Lebensart?

Ja, ich traue mich sogar zu sagen, Stress ist deutsches Kulturgut.

Je nachdem, wie man es definiert, gehört er auch zu unserer Mentalität.

Jeder schaut, ob der andere denn auch schön fleißig ist.

Das Wort „Faulheit“ ist ein Schimpfwort und keiner von uns sagt gerne von sich, er wäre faul.

Wir versuchen auch den anderen immer davon zu überzeugen, dass wir ganz viel zu tun haben und wenn jemand gerne segelt oder angelt, dann fällt schon einmal der Satz: „Na, der muss Zeit haben…!“

Wir können nicht genüsslich in der Sonne liegen und genießen.

Kaum wird über das Wetter geredet ist es ja viel zu heiß, nachdem es viel zu kalt und außerdem viel zu nass war.
Dafür ist jetzt alles viel zu trocken und das gab es seit 100 Jahren nicht mehr…

Wir haben einen Hang dazu, alles ins Negative zu ziehen.

Typisch dafür ist unser Begrüßungsritual:

„Hallo, schön Dich zu sehen, wie geht es Dir?“

„Naja, weißt ja, schlechten Leuten geht es immer gut. Die Arbeit halt und die Kinder…und so viel Stress. Früher, ja da war alles noch besser!“

„Ja genau, und das Wetter! Ich habe kalte Füße, werde schon wieder krank, und mein Sonnenbrand tut so weh, ich war schon beim Arzt, aber das ist ja ein Pfuscher, der wollte mir auch nicht helfen. Der sagte, das geht von alleine weg! So ein Depp!“

Unsere Gedanken kreisen den restlichen Tag nur noch um das, was uns belastet.

Doch zurück zum Stress.

Es gibt Zeiten, da hänge ich den ganzen Tag so herum…nichts zu tun?
Im Gegenteil, in meinem Kopf drehen sich ganz viele Aufgaben, Probleme und Alltagsarbeiten.

Aber ich habe keine Lust.

Ich möchte nicht Kleider sortieren, Fenster putzen, Unkraut jäten und Bäder putzen. Eigentlich wäre das jetzt dran, aber ich kriege einfach nicht meinen „Allerwertesten“ hoch.

Wenn ich dann kurz davor bin, mich aufzuraffen, überlege ich, welche Aufgabe am dringendsten ist.
Aber dann sehe ich den ganzen Haufen Arbeit und meine Motivation sinkt auf ein Minimum.

Mein schlechtes Gewissen, den ganzen Tag nichts getan zu haben, bringt mich dann erst recht in den richtigen Stress.

Es ist ein psychischer Druck aus Überforderung und schlechtem Gewissen.

Es ist negativer Stress.

So kann es einem passieren, dass man in einen Erschöpfungszustand fällt (oder sogar an einem Burnout erkrankt), ohne wirklich etwas getan zu haben.

An anderen Tagen ist es genau anders herum.

Ich stehe Energiegeladen auf und habe einen vollen Terminkalender.
Ich wecke mein Kind, fahre es in die Schule, starte um 7 Uhr in die Arbeit, gehe danach den Familieneinkauf erledigen, hole mein Kind wieder ab, koche, räume auf, jäte den Garten und halte in den Abendstunden noch einen Kurs. Danach schreibe ich noch einen Blogartikel und checke meine Emails. Gegen 22 Uhr sinke ich erschöpft, aber glücklich ins Bett und mir fällt auf, dass ich den ganzen Tag weder gegessen, noch eine Pause gemacht habe.

Aber mir geht es sehr gut.

Das ist positiver Stress.

Positiver Stress lässt die Energie fließen. Wir fühlen uns fantastisch, wie Superman (woman) und könnten auch die Nacht durcharbeiten, wenn wir uns nicht selbst bremsen würden.

Dieses Erfolgserlebnis, welches einen überkommt, wenn man Abends den Tag Revue passieren lässt und stolz auf seine Leistungen ist…
ein unbeschreibliches Glücksgefühl, welches einen noch mehr mit Energie erfüllt und wir so nonstop weiterarbeiten könnten.

…bis…ja, bis es eben eine Situation gibt, mit der wir unzufrieden sind.

NEIN SAGEN

Zum Beispiel müssen wir in unserem „Superman/woman-Zustand“ bedenken, dass der Tag trotzdem nur 24 Stunden hat. Wir müssen lernen, „NEIN“ zu sagen.

Es könnte passieren, dass sich der positive Stress schlagartig in den so gefürchteten negativen Stress umschlägt, wenn jetzt der Kindergarten verlangt, dass wir einen Kuchen backen.

Oder der Kollege ist ausgefallen und der Chef meint: “Mit Deiner Energie kannst Du doch dem seine Arbeit auch noch mit erledigen.“

UNGELIEBTE ARBEITEN

Es kann auch sein, dass eine kleine Aufgabe, die wir nicht mögen, den positiven Stresszustand kippt.

Es sind Aufgaben, die wir gerne nach hinten schieben.
Leider werden sie davon nicht weniger, sondern unser negativer Stress noch größer.
Denn wir haben jetzt etwas, das unsere Aufmerksamkeit wieder ins Negative zieht und so kreisen unsere Gedanken ständig darum.
(Ich muss noch zum Steuerberater. Ich mag da nicht hin. Meine Ablage ist auch noch nicht gemacht. Blödes Finanzamt. Blöde Politik. Blödes Deutschland. Alles blöd. Oh man, bin ich gestresst, ich schaffe das alles gar nicht!)

Hier ein paar kleine Tipps für mehr positiven Stress und weniger negativen Stress:

– Vermeide negativen Smaltalk.

Jeder schimpft über sein Leben. Versuche es anders. Wenn Dich jemand fragt: „Wie geht es Dir?“ Antworte: „Gut!“ Und erzähle demjenigen etwas Positives aus Deinem Leben.

– Sei stolz auf Deine Leistungen!

Nach jeder noch so kleinen Aufgabe, sage zu Dir: „Das habe ich gut gemacht!“

– Erledige die „Bauchwehthemen“!

Da hast Du keine Lust dazu? Dann tue es gleich! Sofort! Jetzt! Denn dann ist es weg! Und es schwirrt nicht mehr als „Spaßbremse“ in Deinem Kopf herum!

– Sei stolz darauf „FAUL“ zu sein!

Nimm Dir die Pausen, die Du brauchst. Wenn Du so einen Tag wie oben beschrieben hast, dann lasse ihn gewähren. Es gibt Tage, die haben keine Energie. Erledige nur das, was dringend ist. Ansonsten lege Dich ganz ungeniert auf das Sofa! Sage zu Dir: „Tja, dann habe ich heute halt keinen Antrieb. Dann ist es wohl an der Zeit, die Füße hoch zu legen!“

Auch nach dieser Aufgabe darfst Du stolz auf Dich sein 🙂
Mein lieber Kollege Robert hat auch noch tolle Tips und Tricks um Dich im „positiven Stress“ zu halten. Schau mal HIER

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3 Kommentare

  • Hallo Phoebe.
    Ich mag den Punkt „sei stolz darauf faul zu sein“.
    Ich für mich kann das gut,aber meine Mitmenschen reagieren oft noch anders darauf.
    Ich wünsche jedem Menschen regelmäßig stolz aufs faul sein zu können.

    Danke dir für deinen Beitrag.
    Mach weiter so 🙂

    Alles Liebe, Alex

    Antworten
  • Sehr schöner Beitrag! Ich find es gut und wichtig, dass du Stress in guten Stress und schlechten Stress unterteilst.

    Manche vergessen nämlich, dass Stress auch etwas Gutes sein kann!

    Alles Liebe
    Robert

    Antworten
    • Danke Robert!
      Ja, es ist ganz wichtig zu sehen, dass der positive Stress uns antreibt. Ohne ihn würde ich morgens gar nicht aus dem Bett kommen.
      Und das Nichtstun (Langeweile) gepaart mit einem schlechten Gewissen oder eines Gefühls der Nutzlosigkeit, kann ganz schnell in einer Depression enden.
      Das nennt man dann Boreout.
      Entspannte Grüße
      Phoebe

      Antworten

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