Burnout oderBoreout

Burnout oder Boreout?

Das Wort Burnout kennt so langsam schon jeder.

Die meisten Menschen verbinden damit das Bild eines überlasteten Managers mit einer 100 Stunden-Woche und einer großen Verantwortung, die psychisch gestemmt werden muss.

Wer denkt in Verbindung mit “Burnout” aber an Hausfrauen, Familienväter und Kinder?

Die Wenigsten.

Das ist fatal, denn oft, wenn wir von unserer Umgebung hören: “Du bist ja gar nicht belastbar.” oder “Na, bist wohl überarbeitet?”, kann der Burnout schon an die Tür klopfen.

Der Burnout hat also etwas mit Überlastung und Überarbeitung zu tun.

Aber was ist denn bitteschön ein “Boreout”?

Bore kommt von “boring”, dem englischen Wort für “Langeweile”.

Es ist also das Gegenstück des “Burnouts” jedoch genau so schlimm und beachtenswert!

Hier erkläre ich Dir, was die Unterschiede sind, wie Du erkennst, ob Du “Burnout” oder “Boreout”-gefährdet bist und was Du dagegen tun kannst.

Der Burnout

Der Burnout entsteht dann, wenn wir unzufrieden sind.

So kann zum Beispiel die Hausfrau Höchstleistungen erbringen, wenn sie dafür respektiert und geachtet wird.
Neben dem Teilzeitjob macht sie den Haushalt, kocht, bringt die Kinder von A nach B, kümmert sich liebevoll um Verletzungen und Liebeskummer des Nachwuchses, kreiert nebenher noch 1-2 Kuchen für den Verein, liebt ihren Mann und plant den Familienurlaub.

Das geht so lange gut, bis den Kindern das Essen nicht schmeckt, und der Mann sich beschwert, sie hätte gar keine Zeit für ihn. Wenn dann noch der Satz fällt: “Was beschwerst Du Dich denn? Du tust doch nichts.”, kommt der Burnout ins Spiel.

Völlig gefrustet überlegt die Frau, wie sie jetzt noch mehr Zeit für ihren Mann herausschlagen kann.

Den Kuchen, den sie früher mit Liebe verziert und mit Freude hingebungsvoll gebacken hat, wird nun zur zeitlichen Belastung. Da greift sie dann zur Backmischung und erntet wieder Kritik, da der Geschmack nachgelassen hat.

Anstatt “HALT” zu sagen, fängt sie an sich selber zu kritisieren, fühlt sich müde, schlapp, ausgelaugt. Sie fragt sich, wie sie das alles schaffen soll, schläft zunehmends schlechter und reagiert immer öfter gereizt und aggressiv….

Der richtige Weg wäre hier z. B.: dem Kind zu sagen, es könne ja selber kochen, wenn es ihm nicht schmeckt und den Mann dazu anzuhalten die Wäsche zu übernehmen, damit die Frau mehr Zeit für ihn hat.

Doch nicht nur Managern und Hausfrauen geht es so.

Auch unsere Kinder sind schon in der Grundschule gefährdet.
Kaum hat man die kritik reichen Schulstunden hinter sich gebracht, geht es mit den Hausaufgaben nach Hause.

Der Druck kommt nun nicht mehr vom Lehrer, sondern von der Mutter, die doch eigentlich nun dafür verantwortlich wäre, ihren Nachwuchs zu schützen und ihm ein “Nest” der Ruhe, Geborgenheit und Sicherheit zu geben.

Nachdem die Hausaufgaben erledigt sind, geht es zum Logopäden, Ergotherapeuten oder Kieferorthopäden. Denn die Kernaussage ist:


Du hast da einen Fehler! Du bist nicht gut genug. Du musst Dich mehr anstrengen! Du musst Dich ändern! usw…

Das Kind wird nun immer ängstlicher, depressiver und müder. Egal, was es tut, es heißt meistens: “Das hast Du ja ganz gut gemacht, aber..,.(…hier ist noch ein Rechtschreibfehler, der Bogen ist nicht schön genug gemalt, der Paul von nebenan kann es viel besser, nimm Dir mal ein Beispiel,….)”

Jeden Tag hat das Kind nun Bauchschmerzen und der Selbstwert sinkt auf den Nullpunkt.

Anstatt das Kind nun zum Arzt und Therapeuten zu schleppen und nach weiteren Makeln zu suchen, wäre es nun an der Zeit dem Kind zu sagen, dass es gut genug ist.


Dass es genau so, wie es ist, perfekt ist!


Dass es gut ist, dass das Kind überhaupt schreiben kann und man sicher ist, dass das Kind irgendwann einmal eine wunderschöne Schrift haben wird, wenn es das will und weiter daran übt. (Wenn es das nicht will, sollten wir es einfach dabei belassen. Welcher Arzt hat schon eine schöne Schrift?)

Der Boreout

Kommen wir nun zu der Version mit der Langeweile…

Langeweile hat nichts mit “Faulheit” zu tun.
Langeweile beim Boreout hat etwas mit fehlender Perspektive und fehlender (Lebens-) Aufgabe zu tun.

So kann ein Harz-4-Empfänger die gleichen Symptome eines Burnouts zeigen.

Hier einmal Bildlich dargestellt:

In einem großen Unternehmen wird die Stelle eines hoch dotierten Ingenieurs gestrichen.
Der Ingenieur, Herr Maier, ist Familienvater und sieht sich als Ernährer der Familie.
Nun wird es für die Familie finanziell eng. Die Mutter versucht an allen Ecken und Enden zu sparen, die Kinder müssen auf ihre Hobbies verzichten und die Qualität der Lebensmittel wird zusehends schlechter.

Nach einem Jahr rutscht die Familie in Harz4 und der Gürtel wird noch enger geschnallt.

Herr Maier hat über 1.000 Bewerbungen geschrieben und sitzt nun Tag ein, Tag aus vor dem Fernseher.

Seine Aufgabe (die Familie ernähren) kann er nicht erfüllen.
Ein Hobby, welches ihn kreativ fördern würde, kann er sich nicht leisten.
Da er gut ausgebildet ist, wird ihm eine Umschulung nicht gewährt und eine Ausbildung kann er aus eigener Tasche nicht finanzieren.

Vor lauter Nichtstun wird Herr Maier immer hibbeliger. Wenn man eine Bitte an ihn hat, antwortet er genervt, oder gereizt. Er kann nicht mehr schlafen und kommt nicht mehr zur Ruhe.

Von Außen betrachtet könnte man meinen, er stehe unter massivem Zeitdruck.

…unter Stress….

Der Boreout hat die selben Symptome des Burnouts.

Diese sind:

Niedergeschlagenheit
Depressionen
Aggressionen / Gereiztheit
Antriebs- und Schlaflosigkeit
Tinnitus
Infektionsanfälligkeit
Magenbeschwerden
Kopfschmerzen
Schwindelgefühl

Hier ist es wichtig, frühzeitig die Gefahr zu erkennen und die “Reißleine” zu ziehen.

Präventiv helfen Techniken wie “progressive Muskelentspannung” und “autogenes Training”, Mentaltraining, Gesprächstherapie und Coaching.

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