Leuchtturm

5 Gründe warum uns Selbstverantwortung gut tut!

Letzte Woche kam ein Kunde im Fitnessstudio zu mir und fragte:

„Ich kann kaum laufen, mein Rücken schmerzt so sehr, es zieht bis ins Knie. Ich war gestern in Behandlung und heute ist es schlimmer als sonst. Soll ich jetzt damit wirklich trainieren?“

Meine Antwort darauf war, er solle doch bitte in der Selbstverantwortung bleiben und in sich hinein lauschen, was möglich ist und was nicht. Wenn es ihm nicht gut geht, soll er es lassen, aber ich kann schließlich nicht in ihn hinein sehen. Er hat sich daraufhin etwas auf ein Fahrrad gesetzt und ich habe bemerkt, wie er in sich hineinlauscht und erspürt, was ihm guttut und was nicht.

Hätte ich jetzt gesagt: „Oh ja, da müssen Sie auf jeden Fall ganz feste trainieren und über den Schmerzpunkt gehen.“ –hätte er sich dann kaputt gequält, nur weil ich es gesagt habe?

Selbstverantwortung – was soll das heißen?

Sind wir nicht schon seit unserem Auszug aus dem Elternhaus  „Selbstverantwortlich“?

Sollten wir, aber sind wir oft nicht.

Wir geben die Verantwortung sehr oft, ja fast immer, ab.
  • Wir gehen zum Arzt und glauben der Diagnose, die dieser in 5 Minuten stellt.
  • Wir nehmen die Medikamente, die er uns empfiehlt, oft ohne weiter zu recherchieren und eine Zweitmeinung einzuholen. Wenn wir Nebenwirkungen erfahren reagieren wir oft mit den Worten: “Der Arzt hat es mir verschrieben, was will man machen…“.
  • Obwohl wir wissen, dass gewisse Nahrungsmittel „giftig“ sind (seien es Spritzgifte oder Genussmittel), sagen wir: „Das ist halt so, was will man machen…“.
  • Wenn wir zu viel Speck auf den Rippen haben, sagen wir: „Das ist der Stress, das ist die Nahrungsmittelindustrie, das ist Veranlagung, das ist…die Schuld der Anderen!“Wir geben eingefahrene Glaubenssätze an unsere Kinder weiter, ohne sie zu reflektieren und zu überlegen, ob sie überhaupt noch zeitgemäß sind („Iss Deinen Teller leer!“).
Und auch mit unserer Persönlichkeit, unseren Problemen und seelischen Schmerzen gehen wir nicht besser um:
  • Längst Vergangenes hindert uns, uns zu verändern. („Wenn das nicht passiert wäre, wäre alles besser.“)
  • Alte Wunden können nicht verheilen, da wir die Verantwortung für den Schmerz an eine Person oder eine Situation abgeben.

Warum machen wir das?

Sicherlich- keiner möchte hören: DU BIST SELBER SCHULD!

Ich möchte auch nicht behaupten, dass man immer selber schuld ist (obwohl es die ein oder andere Meinung gibt, dass wir für alle Lebenssituationen selber schuld sind, aber das darf für den einen oder anderen auch Glaubenssache sein.)

Wenn wir die Verantwortung für unser Empfinden abgeben („Der ist schuld, dass es mir so schlecht geht!“), dann hängt es ja auch an demjenigen oder dieser Situation, ob es uns gut geht.

Ich möchte aber selber entscheiden, wann es mir gut geht. Auch wenn mir jemand oder etwas Knüppel in den Weg legt, ist es doch immer noch meine Sache, ob ich mich deshalb in Zukunft auch noch schlecht fühlen muss, oder ob ich sage: „Mein Leben lasse ich mir davon nicht versauen. Ich nehme diese Situation die ich habe und suche darin meine schönen Momente!“

Hier kommen meine Gründe, warum ich Selbstverantwortung toll finde:
  1. Ich bin frei von vorgegebenen Glaubenssätzen.
    Man sollte…, man müsste…, das macht man aber so…, ….
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  2. Ich kann an meinem Schicksal drehen, kann mich verändern ohne die Verantwortung dafür jemand anderem zu übertragen.
    Stell Dir mal vor, Du sagst Deinem Kind im Alter: „Ich wollte schon immer auswandern, aber ich hatte ja Dich…!“ Gibt man dann nicht seinem Kind ein schlechtes Gewissen?
    Ist es da nicht besser zu sagen: „Ich habe mich dazu entschieden hier zu bleiben. Ich hatte Angst vor der Veränderung. Ich trage die Verantwortung dafür und kein anderer!“?
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  3. Selbstverantwortung gibt mir Macht über mich.
    Ich kann alten Peinigern verzeihen, da sie nicht verantwortlich für mein derzeitiges Empfinden sind. Nur für das in der vergangenen Situation (und ich lebe ja jetzt, nicht in der Vergangenheit!).
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  4. Selbstverantwortung lässt mich weniger leiden.
    Oft leiden wir nur, um andern zu zeigen, dass es uns schlecht geht, damit sie uns unsere Fehler verzeihen und damit sie uns nicht kritisieren. (Und uns vielleicht sogar ein paar Streicheleinheiten geben…!) Aber was tun wir uns damit an? Wir kritisieren uns, fühlen uns nicht gut genug, schwach und elend. Wir könnten aber in voller Selbstverantwortung für uns einstehen und sagen: Sorry, geht nicht. Da ist meine Grenze! Dazu muss ich nicht noch künstlich leiden.
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  5. Selbstverantwortung lässt uns Ziele erreichen
    Selbstverantwortung lässt keine Ausreden zu. Selbstverantwortung lässt uns ehrlich zu uns und zu unseren Mitmenschen sein.
    Z. B.: Du hast Dir vorgenommen, in den nächsten 12 Wochen 10kg Gewicht zu verlieren. Die Diät zieht sich, der Sport macht Dir keinen Spaß, eigentlich möchtest Du den Weg dorthin gar nicht gehen. Der Speck soll einfach nur weg. Du möchtest aber eigentlich nichts dafür tun. Jetzt suchst Du nach einer Ausrede, nach einem Schuldigen, der Dir die Verantwortung für Dein Versagen abnimmt.
    Zum Beispiel: Mein Hund ist gestorben, das hat mich psychisch so getroffen, dass ich die Belastung der Diät nicht mehr standhalten konnte. Und schon gehst Du voll mit, trauerst, obwohl Du damit schon längst Deinen Frieden gemacht hast. Du wühlst in der Wunde, echte Gefühle kommen dazu, auch die Tränen sind nicht gespielt.
    Warum? Weil keiner zu Dir sagen soll: Na, hast´s nicht geschafft?
    Die Ehrlichkeit dahinter lautet aber: Du hast Dir doch Dein Ziel selber gesteckt. Dann zieh es doch einfach durch und sei ehrlich zu Dir selber! Oder sei so ehrlich und sage: Nein, ich wollte den Weg nicht gehen, ich bleibe dick!
Ich hoffe, ich konnte Dir mit meinen Worten etwas mehr Selbstverantwortung nahelegen.

Spür einmal in Dich hinein. In welchen Situationen gibst Du gerne die Verantwortung ab? Und wie wäre es, wenn Du sie bei Dir behalten würdest?

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